Hallo, ich bin Gregor Lissek – SAP-Experte, Reisender, Wanderer und vielleicht irgendwann auch zukünftiger Autor.
Ich habe schon immer versucht, das zu tun, worauf ich Lust habe. Schon als Teenager faszinierte mich die Welt der Computer und Software – eine Leidenschaft, die ich zum Beruf gemacht habe. Genauso wie ich mich beruflich vom Cobol-Entwickler zum SAP-Experten weiterentwickelt habe, habe ich meine zweite Leidenschaft, das Reisen, erst entdeckt und dann Schritt für Schritt vertieft.
Was mit zwei Wochen Urlaub in Andalusien begann, entwickelte sich zu immer längeren Reisen: vier Wochen in Europa, sechs Wochen mit dem Rucksack durch Südostasien. Hier begann meine Faszination für langsames Reisen, auch wenn ich aus Zeitgründen oft für die Anreise das Flugzeug nutzen musste. Danach war für mich über Jahre klar: Wenn ich Urlaub hatte, war ich unterwegs. Und so entwickelten sich meine Reisen von zwei- bis vierwöchigen Urlauben hin zu monatelangen Abenteuern – bis hin zu einem gefühlten Dauer-Reisemodus.
2014 – Ein Sabbatical und die Reise auf dem Landweg nach Südostasien
Trotz der Unsicherheit, den Anschluss in der IT-Welt zu verlieren, nahm ich 2014 ein fast einjähriges Sabbatical. Sechs Monate davon reiste ich mit dem Rucksack auf dem Landweg über Warschau, Kiew, Russland, die Mongolei, China, Hongkong und weiter durch Südostasien, wo ich vier Monate, vor allem in Laos, verbrachte.
Diese Reise prägte mich nachhaltig – sie lehrte mich, flexibel zu sein, mit wenig auszukommen und das Reisen als mehr als nur Urlaub zu betrachten.
2018 – Kündigung, Pilgerreise und Neuanfang
Nach 13 Jahren in einem sicheren Job bei der Wago GmbH & Co. KG, einem der besten Arbeitgeber Deutschlands, wagte ich 2018 den nächsten großen Schritt: Ich kündigte, verkaufte mein Hab und Gut und entschied mich für ein Abenteuer. Ich lief zu Fuß von Rinteln nach Santiago de Compostela – eine Reise, die mein Leben veränderte.
Die ersten Tage waren hart, und ich zweifelte daran, ob ich die lange Strecke wirklich bewältigen konnte. Doch Schritt für Schritt kam ich voran. Nach zwei Wochen erreichte ich Köln und wusste: Ich werde es schaffen. Und so war es auch – ab diesem Punkt fühlte sich die Reise fast wie ein Spaziergang an.
Auf der Karte sieht es nach einer unglaublichen Leistung aus: 178 Tage, 3.500 Kilometer. Doch überraschenderweise waren die Herausforderungen selten physischer Natur. Auch wenn es einzelne Tage mit fast 40 Kilometern gab, lag mein Durchschnitt bei unter 20 Kilometern pro Tag. Sobald ich mich daran gewöhnt hatte, wurde das tägliche Gehen zur Routine.
Die eigentliche Herausforderung lag woanders: Durchhalten, die Ungewissheit akzeptieren und sich immer wieder auf das Neue einlassen. Doch genau das machte diese Zeit so besonders. Rückblickend war es nicht nur eine lange Wanderung – sondern eine der schönsten und intensivsten Phasen meines Lebens.
2019 – Ein unerwartetes Abenteuer in der Schweiz
Nach meiner Rückkehr hatte ich viel Energie und Selbstvertrauen. Zunächst dachte ich daran, nach Berlin zu ziehen, doch das urbane Leben reizte mich nach so viel Natur nicht mehr. Stattdessen bewarb ich mich spontan auf eine freiberufliche Stelle in Zürich – ohne mir große Chancen auszurechnen.
Zu meiner Überraschung bekam ich die Stelle. Es war nicht nur das bestbezahlte, größte und kürzeste SAP-Projekt, an dem ich mitarbeiten durfte, sondern ich konnte auch meinen Rucksack gegen einen Koffer tauschen. Die Herausforderung in der SAP-Welt war groß, und anfangs fühlte ich mich oft überfordert. Doch irgendwie meisterte ich sie.
2019-2023/05 Vom Pilgerweg in die Berge
Ich wechselte zwar den Arbeitgeber, aber ich blieb in der Schweiz. Die Aufgaben waren anspruchsvoll, doch das Umfeld und die Strukturen machten es mir leichter, sie zu bewältigen. Während dieser Zeit entwickelte sich eine neue Leidenschaft: das Wandern in den Bergen.
Erst erkundete ich das Jura mit seinen sanften Hügeln, dann die Voralpen – und schließlich zog es mich zu immer anspruchsvolleren Touren. Die Berge wurden nicht nur zur Entspannung, sondern auch zur Herausforderung.
2023/05-2023/11 Zu Fuß durch die Alpen „Wien nach Nizza“
2023 musste ich umziehen. Ich nutzte diese Gelegenheit, um mir erneut eine Auszeit zu nehmen, und wanderte sechs Monate lang von Oppeln, meiner Geburtsstadt, nach Wien und weiter durch die Alpen bis nach Nizza. Mein Ziel war nicht, möglichst schnell anzukommen, sondern möglichst viele Berge zu sehen. Deshalb machte ich zahlreiche Umwege, baute tagelange Schleifen ein und ließ mich bewusst auf den Weg ein. Vor allem die ständige Ungewissheit und das Unerwartete erwiesen sich dabei als große Herausforderungen – körperlich wie mental. Während der Reise dokumentierte ich meine Erlebnisse regelmäßig auf grelis.de.
2023/11 bis 05/2025 – Leben im Reisemodus
Seit meiner Alpenüberquerung im Jahr 2023 befand ich mich über einen längeren Zeitraum im Reisemodus. Mein ursprünglicher Plan, mich langfristig in Zürich niederzulassen, entwickelte sich anders. Das Leben aus dem Koffer oder Rucksack empfand ich in dieser Phase als bereichernd – es brachte mir Freiheit, Bewegung und immer wieder neue Perspektiven. Gleichzeitig war ich in dieser Zeit durchgehend beruflich tätig, bei meinem früheren Arbeitgeber Implenia, teils remote, teils vor Ort in Opfikon bei Zürich.
Meine Arbeit organisierte ich bewusst so, dass sie mit wechselnden Aufenthaltsorten vereinbar war. Zunächst lebte ich in einem Business-Apartment und anschließend in einem möblierten Co-Living in Kloten. Parallel dazu begründete ich in Frauenfeld (Thurgau) bei einem Freund eine feste Base und meinen Wohnsitz, zu dem ich regelmäßig zurückkehrte. Diese Basis gab mir Stabilität und stellte meinen formalen Lebensmittelpunkt dar.
Während dieser Zeit verbrachte ich zusätzlich drei Monate in einem Co-Living im Wallis, das mir durch die Nähe zu den Bergen besonders gut gefiel. Der Aufenthalt im Wallis erfolgte parallel zu meiner Base in Frauenfeld; ich kehrte weiterhin regelmäßig dorthin zurück und war zugleich alle zwei Wochen für jeweils mehrere Tage vor Ort im Büro in Opfikon.
Nach dieser Phase folgten weitere, zeitlich begrenzte Aufenthalte in unterschiedlichen Regionen, wobei der Wohnsitz in Frauenfeld bestehen blieb: ein Monat nahe Freiburg im Breisgau, ein Monat in Caslano bei Lugano, zweieinhalb Monate in Bregenz sowie vier Wochen in Mulhouse. Die Orte waren bewusst so gewählt, dass mich die Schweizer Bahn regelmäßig und planbar ins Büro brachte. Rückblickend war ich auf diese Weise an fast 50 % meiner Arbeitstage persönlich vor Ort.
Im Rahmen eines Urlaubs verbrachte ich drei Wochen auf Korsika, wo ich den nördlichen Teil des GR20 wanderte.
05/2025 bis 01/2026 – WanuRei: das gescheiterte Buchprojekt
WanuRei war ursprünglich als Buchprojekt gedacht: eine große Idee über die höchsten Wandergipfel der EU-Festlandstaaten – erreichbar ohne Flugzeug, ohne technische Hochtouren, mit Fokus auf nachhaltige Anreise und echte Planung.
Ich habe dafür mehrere Monate intensiv gearbeitet. Irgendwann wurde jedoch klar: Ein Buch über 27 Regionen ist ein Lebensprojekt. Und ich will mein Leben nicht vollständig darauf ausrichten. Ich liebe das Alpine – und ich möchte nicht nur unterwegs sein, sondern auch in der Schweiz zuhause.
Die Zukunft
So sehr ich das ständige Unterwegssein liebe und es genossen habe, immer wieder neue Orte kennenzulernen, ist es mit der Zeit auch anstrengend geworden. Nach über zwei Jahren mit dem Lebensmotto „Zuhause ist dort, wo der Rucksack ist“ fühlt es sich richtig an, dieses Kapitel zu schließen. Das ständige Suchen nach Unterkünften, das Leben aus dem Rucksack – all das war eine wichtige und schöne Erfahrung. Jetzt wünsche ich mir wieder ein Zuhause, das bleibt.
Aktuell liegt mein Hauptfokus darauf, eine neue berufliche Herausforderung in der SAP-Welt zu finden. Eine Aufgabe, in der ich gebraucht werde, die mir langfristige finanzielle Sicherheit gibt und mit einem festen Wohnsitz verbunden ist.
Danach soll es auch mit WanuRei in Form eines Blogs weitergehen. Es wäre schade um das vorhandene Wissen. Sobald ich in der SAP-Welt wieder Fuß gefasst habe, möchte ich auch das Blog- und Buchprojekt weiterverfolgen.
Das Leben ist kein Sprint, sondern ein stetiger Weg.
So geht es Schritt für Schritt weiter.